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fimmtudagur, 9. október 2003
misc: hcs, fimmtudagur, 9. október 2003, 15:34 ... Comment
hcs, 2003.10.10, 11:00
Das angebliche Vorhaben, den historischen Karlsplatz in Nike-Platz umzubennen, sorgt seit Anfang Oktober für großes Aufsehen in Wien. Ein zweistöckiger Pavillon gibt vor Ort umfassende Auskunft über die Pläne des internationalen Sportartikel-Konzerns. Im Zentrum der Neugestaltung steht eine 36 Meter große Skulptur des Firmenlogos. Freundliche junge MitarbeiterInnen führen persönlich durch die Ausstellung im gläsernen Info-Pavillon. Das Nikeground-Website bietet Hintergründe und Details zu einer internationalen Kampagne mit dem Ziel, weltweit Nike-Plätze zu etablieren. Dieses auf dem Platz weithin sichtbare Zeichen löste in der Bevölkerung unverzüglich heftige Reaktionen aus, die sich mit ihren Beschwerden an das Rathaus und zahlreiche Medien wandten. Kurz darauf berichteten bereits die ersten Zeitungen österreichweit über einen "Riesen-Wirbel" um den Verkauf des Karlsplatzes. Ab sofort hat das Rätseln um diese städtische Halluzination ein Ende. Hinter dem Projekt "nikeground.com - rethinking space" verbirgt sich der "hardly believeable nikeplatz trick" der Gruppe 0100101110101101.ORG, die dieses Kunstprojekt gemeinsam mit der Netzkultur-Plattform Public Netbase entwickelt hat. Eine Sprecherin der Künstlergruppe erklärte: "Wir wollten die Stadt zur Bühne eines Theaterstücks machen und durch eine hyper-reale Inszenierung die Wahrnehmung dieser Stadt verändern." Die durch spektakuläre Netzkunst-Projekte bekannt gewordenen Aktivisten verbinden die künstlerische Tradition der Mythopoesis mit der globalen Informationsgesellschaft. Dazu Konrad Becker: "Wir sehen es als unsere Aufgabe, das Spannungsverhältnis zwischen öffentlichem Interesse und der Ökonomisierung aller Lebensbereiche zur Diskussion zu stellen und durch direkte Intervention in den urbanen und medialen Raum Handlungsfelder zu erweitern." Die Firma Nike hat bereits angekündigt, gegen das Kunstprojekt vor Gericht vorgehen zu wollen. Für Konrad Becker kommt diese Drohung nicht unerwartet: "Es wird zu entscheiden sein, ob ein Großkonzern tatsächlich verhindern kann, dass Kunst und Kultur allgegenwärtige Symbole der Alltagswelt zum Thema machen können. Das hätte zur Folge, dass kulturelle Produktion nur mehr in Abhängigkeit von Wirtschaftsinteressen möglich ist", so Konrad Becker abschließend. |--- | Rückfragen: |--- | Public Netbase Media~Space! | Institut für Neue Kulturtechnologien/t0 | Zwischenquartier Burggasse 21 | A-1070 Wien |--- | Tel. +43 (1) 522 18 34 | Fax. +43 (1) 522 50 58 |--- | www.t0.or.at |--- ... Link ... Comment
hcs, 2003.10.16, 09:16
|--- > Nike-Platz: Großkonzern attackiert Freiheit der Kunst | > Internationales Kunstprojekt soll gerichtlich verboten werden |--- Am 14. Oktober erreichte die Wiener Netzkultur-Institution Public Netbase eine Klage der Firma Nike, die das Verbot eines künstlerischen Werks anstrengt. Streitwert: 78.000 Euro. Die Rauminstallation "nikeground - rethinking space" ist ein Gemeinschaftsprojekt von Public Netbase mit der renommierten Gruppe 0100101110101101.ORG und soll mit der möglichen Umbenennung des Wiener Karlsplatzes in Nikeplatz einen öffentlichen Nachdenkprozess anregen. Die AutorInnen verbinden dabei die künstlerische Tradition der Mythopoesis mit der neuen Kultur der Kommunikationstechnologien. Die Vorgehensweise der internationalen Sportartikel-Firma ist in mehrerlei Hinsicht bedenklich. Im Verlaufe des Kunstprojekts wurden keinerlei Waren- oder Dienstleistungen unter dem Namen Nike angeführt. Zudem steht die Non-Profit-Organisation Public Netbase in keinerlei geschäftlicher Konkurrenzbeziehung. Von einer Verletzung von Markenrechten kann daher keine Rede sein. Viel eher stellt sich der Großkonzern gegen das in § 17 des Staatsgrundgesetzes festgeschriebene Prinzip der künstlerischen Freiheit. Dazu Public Netbase-Leiter Konrad Becker: "Eine Firma, die unlängst selbst vor einem US-Höchstgericht wegen irreführender Werbung verurteilt wurde, will hier offensichtlich Kunstgeschichte schreiben und weltweit Strafaktionen gegen Künstler durchführen." Der künstlerisch reflektierende Umgang mit Zeichen der Alltagskultur und den symbolischen Inszenierungen der Stadt wird somit kriminalisiert. "Nike nimmt eine künstlerische Intervention zum Anlass", so Konrad Becker, "um eine mögliche Diskussion oder Kritik an globalen Entwicklungen schon im Keim zu ersticken." Der US-amerikanische Kulturtheoretiker Timothy Druckrey beschreibt die künstlerische Bedeutung der Arbeit von 0100101110101101.ORG folgendermaßen: "Die Gruppe provoziert Fragen über 'die andere' Seite der Macht. Sie fragt nach den Voraussetzungen einer Kultur, die zunehmend reguliert wird, insbesondere aber nach Firmenidentitäten, die sich als Ersatz für den öffentlichen Raum oder als immun vor den Konsequenzen ihrer Handlungen verstehen." Wie auch eine Aussendung eines Mitarbeiters der für Nike tätigen PR-Agentur FCB bestätigt, ist durch die Kunstaktion kaum Schaden entstanden. "Im Gegenteil: Dieses Vorgehen von Nike will der Kunst schaden. Hier soll exemplarisch die moderne künstlerische Praxis frontal attackiert werden," so Konrad Becker abschließend. ... Link
marks, 2003.10.16, 11:33
"Im Verlaufe des Kunstprojekts wurden
keinerlei Waren- oder Dienstleistungen unter dem Namen Nike angeführt." naja, wenn man sich nikeground.com so ansieht - und ich da jetzt nicht irgendwas uebersehen habe - ist jedenfalls diese aussage aeusserst gewagt. spannende sache, jedenfalls. ... link ... Comment
hcs, 2003.10.27, 09:38
|--- > Nike-Platz: Erster Erfolg für Freiheit der Kunst! | > Gericht entscheidet vorläufig für internationales Kunstprojekt |--- Die internationale Sportartikelfirma Nike will die von Public Netbase gemeinsam mit der renommierten Gruppe 0100101110101101.ORG errichtete Rauminstallation "nikeground - rethinking space" verbieten lassen. Nun hat das Handelsgericht Wien eine erste wichtige Entscheidung getroffen. Ungeachtet des Umstands, dass hier ein künstlerisches Werk verboten werden soll, hat das Handelsgericht den Antrag des Konzerns auf einstweilige Verfügung zurück gewiesen. Der Grund dafür: Die Klage gegen Public Netbase wird im Namen von Nike International geführt. Das Unternehmen hat seinen Sitz somit offiziell in den USA, weswegen eine Prozesskostensicherstellung für den Falle eines Richterspruches zu Gunsten von Public Netbase zu hinterlegen gewesen wäre. Public Netbase wird in dieser Rechtsangelegenheit von Mag. Michael Pilz vertreten, der - neben des Hervorstreichens der künstlerischen Ausrichtung der Installation - in seiner Klagebeantwortung auf den schwerwiegenden Formfehler hingewiesen hat. "Für das Projekt ist das ein wichtiger Erfolg", erklärt Public Netbase-Leiter Konrad Becker. Der Rechtsstreit mit Nike geht somit in eine weitere Runde. Und: Die Installation am Karlsplatz kann bis zum Abbau am 28. Oktober unbeeinträchtigt bestehen bleiben. "Diese Entscheidung des Gerichts bestärkt uns jedenfalls darin, in weiterer Folge umso selbstbewusster die künstlerische Freiheit vor der Rücksichtslosigkeit großer Konzerne in Schutz zu nehmen", so Konrad Becker abschließend. ... Link
tlr, 2003.10.27, 16:27
Nun gut
Es ist tatsächlich so gekommen, wie es die Künstlergruppe erhofft haben dürfte. Öffentliche Aufmerksamkeit, negative Exponierung von Nike und gelungene Problematisierung der Ökonomisierung des öffentlichen Raumes, Etappensieg für die künstlerische Freiheit (wenn auch vor dem Handelsgericht). Was hätte man getan, wenn
a. die Nike-Initiative nicht abgeschmettert worden wäre? b. Nike und das Publikum gesagt hätten: "macht gar nichts, is hoid Kunst, lassen wir sie in Ruh', man hat ja auch schon Porsches in Museen gestellt"? ... link
hcs, 2004.01.07, 10:23
|--- | Nike-Klage gegen Kunstprojekt zurückgezogen | | "nikeground - rethinking space" steht beispielhaft | für neue Formen der Intervention im öffentlichen Raum |--- Noch Anfang Dezember war ungewiss, wie der Rechtsstreit zwischen Public Netbase und Nike International hinsichtlich des Kunstprojekts "nikeground - rethinking space" enden würde. Die gerichtliche Klage bedeutete wochenlang eine existentielle Bedrohung der renommierten Wiener Netzkultur-Plattform. Seit kurzem steht fest: Die internationale Aufmerksamkeit sowie das mediale Interesse konnten die Sportartikelfirma zum Einlenken bewegen. "Es hat sich gelohnt, am Recht auf freien künstlerischen Ausdruck in urbanen Räumen festzuhalten", erklärt Public Netbase-Leiter Konrad Becker. "Die Einschüchterungsversuche des für seine subersiven Marketingstrategien bekannten Unternehmens haben sich als Bumerang erwiesen". Das weltweite Interesse ist auch damit zu erklären, dass mit diesem Projekt die wichtige Funktion einer zeitgemäßen künstlerischen Praxis verdeutlicht wurde, die sich mit den realen Produktionsmitteln einer zunehmend von Medien und Technologie bestimmten Gesellschaft auseinander setzt. Dazu Konrad Becker: "Wir hatten die Absicht, die Stadt Wien als Theaterbühne für ein komplexes modernes Kunstwerk zu sehen, das auf verschiedenen Vermittlungskanälen subjektive Interpretationen anregte. Wichtige Aspekte wie die globalisterte Dominanz über Wirtschaft und kulturelle Symbole wurden kontrovers ins Blickfeld gerückt." "Der Anspruch, die Funktion öffentlicher Räume zu diskutieren, hat zu einem Nachdenkprozess angeregt, inwieweit Großkonzerne alleine Macht und Einfluss auf die Zeichensysteme des alltäglichen Lebens ausüben können", betonen die Künstler des Projektpartners 0100101110101101.ORG. Die Irritation, der Karlsplatz würde in Nike-Platz umbenannt werden, steht beispielhaft für eine neue Form der Intervention im öffentlichen Raum. "Dieses Projekt ist für den zukünftigen Kunstplatz Karlsplatz ein konkreter Impuls, wie eine Verbindung von Netzkunst, Politik und Theorie Gegenmodelle zur Repräsentationskultur anbieten kann", so Becker abschließend. Videodokumentation www.t0.or.at ... link ... Comment |
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last updated: 2004.03.06, 22:38 Youre not logged in ... Login
Nach langer Zeit Ein neuer
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Gratulation! Frei, oder am
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by das (2005.02.02, 21:11)
Ein uns wohlbekannter Autor schreibt
in der Frankfurter Rundschau über Ephraim Kishon.
by hcs (2005.01.31, 09:28)
Die Faszination Internet hängt ganz
eng mit der
Faszination Freiheit zusammen. Das Internet kennt...
by hcs (2005.01.28, 19:22)
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