korrespondenz.log
 
Dies ist ein begleitender, öffentlicher Weblog zu korrespondenz.biz, einem unregelmäßig erscheinenden Webmagazin zum Thema Medien und Interaktionen.

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mánudagur, 19. júlí 2004


Artikel über den Boom des Weblogging sind natürlich gestrig. Dennoch nicht ganz uninteressant: ein Text von Petra Steinberger in der SZ über Weblogs als Mobilisierungsinstrument im amerikanischen Wahlkampf (hier). Darin ein Hinweis darauf, dass sich mittlerweile viele etablierten Journale und Zeitungen mit einem Weblog und ihrer diskutierfreudigen Leserschaft schmücken. Ähnliches gibt es doch auch in Deutschland - etwa bei der ZEIT? Kann da jemand etwas Fundiertes zu sagen: was passiert da? Was leisten diese Weblogs? Ist das der Anfang vom Marsch durch die Institutionen usf.

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Funktioniert das Weblog da als Assessment-Center für Abiturienten, die in Zukunft gerne für die betreffende Zeitung arbeiten würden und sich schon vor ihrer obligatorischen Ausbildung bei der TAZ empfehlen möchten?

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Werden die Leserbriefseiten überflüssig und nun für noch mehr Werbung freigeräumt? Oder die Meinungsseiten? Oder die Medienseite? Was wird aus der Wendung: "Da müsste man mal einen Leserbrief schreiben"? Heisst es nun lässig wie indifferent: "Ich poste da mal schnell meine Meinung"?

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Dann schauen wir mal:
1. das Zeit-Blog-Portal mit Mehrebenenfunktionen und Redaktionsanschluss.
2. das Weblog der Tagesschau zum amerikanischen Wahlkampf; eine Verlängerung der redaktionellen Werkbank, Forum für Glossen und kleine Formen, anscheinend ohne offenen Zugang.

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Zur Journalistik kann ich nix sagen, aber in anderen Bereichen (Linguistik, Philosophie) gibt es erstaunlich professionelle Weblogs, die als ernsthafte Hilfsmittel bei der Arbeit gelten dürfen, so z.B. Blogs, auf denen auf neue Papers hingewiesen wird, etc. (Faulheit und Netz-Ettiketten-Punk-Sein zwingt mich dazu, diese Behauptung vollkommen unverlinkt zu lassen.)

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Ja, derartige Sachen kenne ich auch, wobei die in der Geschichtswissenschaft wahrscheinlich nicht so verbreitet sind und angenommen werden. Was da jetzt aber als Weblog von den "klassischen" Medien gestartet wird, ist doch insofern interessant, weil es eben nur sehr beschränkt auf Austausch und Kommunikation angelegt ist. Vielmehr wird das Weblog als neuer Äußerungskanal genutzt, über den man andere Formen anbieten und absetzen kann. Produktdiversifizierung, die es den beteiligten Journalisten allerdings erlaubt, sich von ihren Alltagsroutinen zu emanzipieren. Immerhin für sie also ein Fortschritt.

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