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fimmtudagur, 27. maí 2004


als wir noch jung und wild waren (oder zumindest Leute, die wir kannten)
[sorry, ist jetzt eine Insider-Bemerkung, aber:] die Antifa-Arschloch von antville ist eindeutig molterhotblog.
Which reminds me, man sollte mal den alten Helden der AA ein Blog anbieten für die sentimentalen Geschichten von früher. Wie z.B. M.O. schwerst betrunken "jetzt endlich mal die Polizeiwache angreifen" wollte, sich die Hasskappe überzog (falschrum, also blickdicht), gegen die Wand lief, und bewusstlos liegen blieb bis zum nächsten Morgen.
Die guten alten Zeiten.


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Ein interessanter Vergleich, für den Außenstehenden: der Angriff auf eine Polizeiwache und das Auffinden einer Unterhose sind gleichwertiges Material für die sentimentale Erinnerung an das "Junge und Wilde". Dabei hätten Hasskappträger und Rockgruppenroadies damals stark darüber gestritten, was "jung und wild" ist. Das sentimentale Erzählen kann offenbar sujet- und gruppenübergreifend funktionieren; obgleich ich nach "Generation Golf" u.ä. dachte, das würde nicht gehen. Hängt wahrscheinlich von der Erzählhaltung ab. Sentimentale Erinnerung als Spiel.

P.S.: Die Hasskapp-Geschichte ist nicht zufällig aus einem Seyfried-Comic?

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Der Unterschied ist natürlich, dass alle Polizeiwachenangreifer jetzt Anwälte, Dozenten, Filmemacher, "irgendwas-mit-Medien"-macher, Konzernführer, etc. sind, und die Rockgruppenroadies Rockgruppenroadies, erstere letzteren damals aber natürlich (wahrscheinlich zu Recht) vorgeworfen hätten, reaktionär zu sein. Klischee natürlich, aber leider (zumindest ersteres) korrekt.

Nix Seyfried, alles echt. Genauso wie das Windschutzscheiben klauen...

Der verbindende Faktor war mehr die Asozialität / jugendliche Devianz, wie mir jetzt so einfällt.

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Natürlich klingt das nach Klischee (vom "Asozialen" zum "Anwalt"), aber immer noch ein erschütternder Effekt. Ich erinnere mich an die Szene in "Die Innere Sicherheit".
Andererseits: wenn der verbindene Faktor jugendliche Devianz (und nicht "politische Ideale", wie in der "Inneren Sicherheit") war, ist der Wandel vielleicht auch gar nicht so dramatisch. Kann man dann überhaupt von "Konversion" reden? Der passende - allerdings nicht unbedingt sympathischere Ausdruck - wäre dann wohl eher "Sozialisierung".

Mir fällt gerade auf, dass derartige Entwicklungsgeschichten immer an der falschen Stelle erzählt werden. Wieso stellt sich nie mal jemand hin, wenn mal wieder öffentlich der Anstieg der Jugendkriminalität, die Entstehung eines neuen Verbrechernachwuchses und der Untergang des Abendlandes beklagt wird, und sagt: "Hören Se mal. Ganz normal das. Ich hab früher Kleinwagen zerlegt und bin trotzdem Anwalt geworden."

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Das müsste man mal untersuchen: "sehr geehrter Herr Anwalt / geehrte Frau Anwältin: haben Sie zufällig in ihrer Jugend a) Kleinwagen zerlegt, b) Hasskappen bessessen oder c) Junge Union-Aufkleber auf Metallkoffern spazieren geführt?"

(Wobei c)-Fälle kaum zu Resozialisieren sind.)

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Das hieße dann "Dunkelfeld"-Untersuchung. Mal sehen, ob man für so ein Projekt bei der DFG noch Mittel bekommt; etwa im Fachbereich Kriminologie. Oder kulturwissenschaftlich angelegt? "Dunkelfelder im bürgerlichen Lebenslauf. Untersuchungen zu Entwicklungs- und Erzählformen devianter Lebensphasen." Wer machts?

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last updated: 2004.03.06, 22:38
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