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mánudagur, 10. maí 2004


Fußball
ist sicherlich nicht besonders wichtig. Ärgerlich ist es doch, dass man in einigen großen Zeitschriften vornehmlich seine Praktikanten über das Thema schreiben lässt. So derzeit im Spiegel, wo dem Tenor nach wiederholt wird, dass Bayern sich in der Meisterschaft wohl etwas weit aus dem Fenster gelehnt habe, das ewigen Setzen auf die Kraft der sogenannten Siegermentalität nicht mehr wirke, die sympathischem, schön spielenden Bremer es den lahmen, arroganten Bayern sowas von gezeigt haben und dass es mit den Bayern eh bergab gehe. Das ist nicht ganz falsch, es ist aber vor allem langweilig, weil es schonmal im Spiegel stand und auch im Express und in der Bild und der FAZ und überall und der Praktikant also nicht mehr als eine Paraphrase der Sportberichterstattung von Samstag bis Montag geschrieben hat.

Wiederholen wir: Hoeness hatte sich nach dem 6:0-Sieg von Bremen über Hamburg öffentlich aufgeregt. Er hatte sich beschwert, dies sei Wettbewerbsverzerrung, die Hamburger sollten gefälligst anständig Fußball spielen. Der HSV hat sich das zu Herzen genommen, an diesem Wochenende entsprechend besser gespielt und den VfB Stuttgart geschlagen. Stuttgart steht in der Tabelle kurz hinter Bayern. Hätte der VfB Stuttgart gegen den HSV gewonnen, dann stände er nur einen Punkt hinter Bayern und wäre ein ernsthafter Gegner im Wettbewerb um den 2. Tabellenplatz. Der 2. Tabellenplatz berechtigt, in der Champions-League zu spielen. Wer am Saisonende auf Platz 3 steht, muss sich noch für die Champions-League qualifizieren; es besteht das Risiko, dass er das nicht schafft. Für Bayern ist es wichtig, in der Champions-League (CL) zu spielen: Ein Verein, der nicht in der CL spielt, hat soviel weniger Einnahmen, dass er keine teuere Mannschaft finanzieren kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Verein jemals Erfolg hat und zu großen Einnahmen kommt, ist eher gering. Bremen, sehr schön, bestätigt dies als Ausnahme. Man sehe sich mal die europäischen Ligen an; es ist dort festzustellen, dass sich ein Unterschied zwischen reichen, gut und international spielenden und weniger reichen, schlechter und bloß national spielenden Vereinen befestigt. Ein Misserfolg, durch den die Teilnahme an der CL verwehrt wird, kann schnell zum dauerhaften Misserfolg führen.

Also: Des schlauen Hoeness Beschwerde ob des HSV-Spiels lässt sich auch so erklären, dass er nicht (vornehmlich) versuchte, Bremen einzuschüchtern, sondern den HSV zu mehr Leistung zu motivieren, ohne den VfB Stuttgart durch das Eingeständnis, dass dieser Verein es noch auf direktem Wege in die CL schaffen kann, aufzubauen. Verteidigung gegen Stuttgart durch einen Scheinangriff gegen Bremen: Ein Lehrstück aus dem chinesischen Listenkatalog. Stimmt das, war es so? Woher soll ich das wissen? Die Erklärung ist jedenfalls interessanter (näher an Ambler) als der Spiegel-Sermon.

Nochwas: Die Vereinsführung von Werder Bremen hat sich in dieser Saison durch ostentative Bescheidenheit und Ruhe ausgezeichnet, während der FC Bayern (wie üblich) gerne angeberisch aufgetreten ist und von seinem Willen zum Sieg und ähnlichem Scheiß herumgetönt hat. Derjenige, der die Prahl-Taktik am glaubwürdigsten vertritt und sie regelrecht verinnerlicht zu haben scheint, ist Oliver Kahn. Ich glaube, er glaubt, was er sagt. Wenn das Gerede von der Siegermentalität nicht mehr wirkt, dann sollte man es lassen. Ich bezweifle, dass Kahn es lassen kann. Nun soll er eigentlich nach seiner aktiven Fußballer-Laufbahn ins Management des FC Bayern Müchen einsteigen. Jemand, der eine nicht mehr wirksame Strategie nicht wechseln kann, ist weder als Manager noch als Spielführer geeignet. Schafft man es beim FC Bayern, Kahn abzusetzen und zwar ohne ihn ins Management zu verschieben? Auch das bezweifle ich: Hoeness hat Skrupel.


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Hervorragend war Oliver Kahn zuletzt, nachdem Franz Beckenbauer nonchalant wie immer die Auswechslung von Trainer Hitzfeld für möglich gehalten hat (und damit wohl klar gemacht hat, dass Bayern in der nächsten Saison einen neuen Trainer haben wird). Da hat Kahn nämlich den Trainer gelobt, dessen Leistungen ins rechte Licht gerückt, klar gemacht, man müsse Hitzfeld stets fair behandeln, und sich sonst nicht zum Trainerwechsel geäußert. Beckenbauer erklärt den Abgang von Hitzfeld und Kahn macht den Abgang zu einem guten Abgang; das wohl aufgeteilte Medienarbeit, weil man nämlich jemanden, der nicht mehr passt, rausschmeißt und trotzdem Anstand bewahrt.

Gegen Freiburg braucht Bayern nur ein Unentschieden, dann ist die Teilnahme an der CL gesichert. Das ist zu schaffen.

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last updated: 2004.03.06, 22:38
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Nach langer Zeit Ein neuer Text von hap: Es handelt sich um Die Geschichte.
by tlr (2005.07.31, 23:03)
apropos: nach den "öden orten" kommen nun die "schlimmen städte", zumindest wenn man dem...
by mdi (2005.06.03, 00:20)
Parallel zum Erscheinen vom Abschiedsband der Öden Orte: Metropolentexte in absteigender Folge von mhs.
by tlr (2005.04.16, 00:13)
due to new regulations - we are no longer in a position to offer...
by hcs (2005.03.12, 19:12)
Nach Strange Days war ich ziemlicher Juliette Lewis Fan. Länger nichts interessantes von ihr...
by hcs (2005.03.10, 09:38)
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by rls (2005.02.08, 10:32)
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by tlr (2005.02.08, 10:31)
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by das (2005.02.02, 21:11)
Ein uns wohlbekannter Autor schreibt in der Frankfurter Rundschau über Ephraim Kishon.
by hcs (2005.01.31, 09:28)
Die Faszination Internet hängt ganz eng mit der Faszination Freiheit zusammen. Das Internet kennt...
by hcs (2005.01.28, 19:22)

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