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þriðjudagur, 4. maí 2004
korrespondenz_kommentar: tlr, þriðjudagur, 4. maí 2004, 10:31 ... Comment
hcs, 2004.05.04, 11:18
(A) Sofort fällt mir Frank Schulz' "Morbus fonticuli" ein, wahrscheinlich aber nur wegen der präzisen Angaben zum Alkoholkonsum. Jedenfalls nutze ich die Gelegenheit, das Buch (erneut) zu empfehlen.
(B) Da rackert man sich ab, will sich noch mehr abrackern, als man es tut, bekommt ein schlechtes Gewissen, denkt, egal, ich gehe jetzt trotzdem weg, tut das auch, und ärgert sich, dass man nichts "schafft" (zu wenig allemal). Dabei muss man gestehen, dass die Freizeitvergnügen, für die man sich da entscheidet, weder interessanter noch wünschenswerter sind als das sonstige Abrackern, schon nicht schlecht, aber endlich will man ja Produkte schaffen (v.a. geschaffen haben). Weizenbiere etc werden fleu. Letztens habe ich im Fernsehn einen Arzt, eine Kapazität der Migräneforschung gesehen. Der Mann wirkte unbeholfen, in der Schulzeit ist er wahrscheinlich nichtmal von den Spongos gemocht worden, er wippte verkrampft, um locker zu wirken, er genügte keinen sozial-ästhetischen Kriterien von zeitgenössicher Kunst und elektronischer Musik, auch oder erst recht nicht von literarischem Alkoholismus. Er war eine echte Koriphäe, er machte interessante Forschung, er hatte beste Ergebnisse, jedes seiner Worte war interessanter als das Geschwätz irgendwelcher anderen Leute (im selben Programm, in den anderen Programmen, ...). Den Mann im Fernsehen zu sehen, war ein guter Grund, den Fernseher abzustellen und sich (geläutert) Gedanken über interessantere Dinge als das Fernsehprogramm zu machen (respektive überhaupt Gedanken zu machen). Das Vorbild liefert den genauso guten Grund, das Weizenglas abzu(be)stellen, den Piccoloempfang nach dem Galeriebesuch wegzulassen etc. (C) Man mag dazu neigen, sich mehr vorzunehmen, als man schaffen kann. Mehr, als geht, geht nicht. ... Link
tlr, 2004.05.05, 09:46
Der Text muss ja nicht entschlüsselt werden; aber er plädiert weder für das eine noch das andere. Es handelt sich erkennbar auch nicht um ein Psychogramm. Vielleicht geht es eher um eine bestimmte Verschränkung von Nützlichkeitsdenken und Nichtsnutzigkeit; von reiner Lehre und deren Subversion.
Anmerkung (B) bietet, soweit ich sie verstehe, einen Gegenentwurf, eine klare Lösung. Ich - persönlich, als Kommentator - teile diesen Lösungsansatz nicht. Der These in (B), man könne gleich das Weizenbiertrinkenlassen (man muss nicht übers Weizenbiertrinken reden, das ja tatsächlich nur eine literarische Chiffre ist), man könne also gleich das Spaziergehen sein lassen, kann ich nicht folgen. Sehen wir von spezifischen Bedürfnissen spezifischer Personen (also meinen) ab, so bleibt immer noch die Notwendigkeit einer Reproduktion. Auch Arbeitskraft, so sie nicht in Sweatshops ausgebeutet wird, will gepflegt werden. Schließlich geht es nicht nur um Schaffung, sondern auch um Aneignung von Produkten. Das gilt nicht nur für den Handwerker oder hart arbeitenden Künstler, sondern auch für den Wissenschaftler. Das heißt: Resonanz über die wissenschaftliche Diskussion hinaus. (C) stimme ich zu. Dem Vorschlag (A) hoffe ich endlich mal folgen zu können. Allerdings lese ich aus zeitlichen Gründe derart dicke Bücher eigentlich nicht mehr. ... link ... Comment |
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